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Der Rhönpaulus

Verborgen in der Roßbergsschlucht,im Wurzelwerk der Eiche, 
hält er sich auf, er ist bekannt, wohl wegen seiner Streiche.
Sind Landgericht und Obrigkeit im Roßbergsgrund am Suchen, 
schleicht Paulus in das andere Tal, versteckt sich bei der Buche.
Was er den Reichen weggenommen, 
das haben die armen Leute bekommen.
Manch’ Schäfchen, Zicklein, Federvieh, in dunkler Nacht verschwunden, 
hat man am nächsten Tag bereits im Suppentopf gefunden.
Die Wilderei und das Fischefangen konnte er nicht lassen.
Die Bauern und die Jägerei haben ihn dann gefasst. 
Beim Glowich, an dem langen Berg, da haben sie ihn frisch ertappt.
Der Paulus hatte nicht aufgepasst, die Falle war zugeschnappt.
Im Kastenwagen, gut verschnürt, haben sie ihn weggefahren, 
welch’ gruselige Richtertat,
er war noch jung an Jahren. 

(Heinz Albrecht)

Siegfried Held (verstorben) als Rhönpaulus

Tafeltext Rhönpaulusweg Kohlbachshof

Im Umgriff dieses Wanderwegs  befand sich der Kohlbachshof (1340 urk. erwähnt).
1739 heiratete der Pächter des Hofes Christoph Vach die Magd Hanna R. Paul aus Weilar.
Sie brachte den unehelichen Sohn Johann Hanns Paul – später Rhönpaulus genannt- mit auf den Hof.
Nach dem Tod der Mutter (1741) wuchs der Bub beim Stiefvater auf.
Bald  bot das Anwesen Dieben Unterschlupf. Daher wurde Ende des 18. Jhd. der Abriss befohlen.

Textvorlage von A. Hepp